Wie viele Implantate brauche ich wirklich?
Eine pauschale Antwort auf die Frage "Wie viele Implantate brauche ich?" gibt es nicht. Entscheidend sind zwei Faktoren: die aktuelle Situation im Mund und die persönlichen Wünsche an den späteren Zahnersatz.
Einzelner Zahn fehlt? Ein Implantat reicht
Wer nur einen Zahn verloren hat und eine einzelne Lücke schließen möchte, benötigt dafür ganz einfach ein einzelnes Implantat.
Fest oder herausnehmbar – die wichtige Entscheidung
Bei zahnlosen Patienten oder Patienten mit vielen fehlenden Zähnen stellt sich eine grundsätzliche Frage: feste Zähne oder eine herausnehmbare Lösung?
Feste Zähne überzeugen durch ihre Funktion und ihren Komfort beim Essen, sind in der Reinigung jedoch etwas aufwendiger. Herausnehmbare Brücken auf Implantaten hingegen sitzen so fest, dass sie sich kaum von festsitzendem Zahnersatz unterscheiden – mit dem großen Vorteil, dass man sie morgens und abends selbst entnehmen und gründlich reinigen kann, bevor sie nachts wieder eingesetzt werden. Im Gegensatz zur klassischen Prothese "im Glas" bleiben sie dabei dauerhaft funktionsfähig im Mund.
Vier Implantate für feste Zähne – das All-on-4®-Konzept
Wer feste Zähne mit einer etwas kürzeren Zahnreihe wünscht, kommt bereits mit vier Implantaten aus. Diese werden in einer bestimmten Anordnung und Angulation gesetzt, um eine maximale Belastungsoberfläche zu schaffen. Dieses Prinzip ist als All-on-4-Konzept bekannt.
Sechs Implantate für die volle Zahnreihe
Soll der Zahnersatz bis zum zweiten großen Backenzahn reichen, sind mindestens sechs Implantate notwendig. Nur so lässt sich die nötige Stabilität gewährleisten – vergleichbar mit einem Tisch oder Stuhl: Fehlt ein Bein, wird das Ganze instabil und beginnt zu kippeln. Mit ausreichend stabilen Stützpunkten dagegen hält die Konstruktion jeder Belastung stand.
Auch herausnehmbarer Zahnersatz funktioniert mit nur vier Implantaten
Auch für herausnehmbaren Zahnersatz, der sich wie feste Zähne anfühlt, reichen oft schon vier Implantate aus. Keine störenden Klammern, keine Gaumenbügel, keine dicken Platten – stattdessen eine hufeisenförmige Brücke zum Herausnehmen. Möglich sind dabei verschiedene Konstruktionen wie Teleskoparbeiten oder Stegprothesen.
Zwei Implantate für mehr Lebensqualität im Alter
Für ältere Patienten, deren Vollprothese aufgrund von Kieferknochenabbau nicht mehr richtig hält, kann bereits eine minimalinvasive Lösung mit nur zwei kleinen Implantaten die Lebensqualität enorm verbessern. Sogenannte Locatoren fungieren dabei als kleine Druckknöpfe, in die die Vollprothese einfach eingeklickt und so sicher verankert wird.